Vertreterversammlung 2014

Gute Ertragslage ermöglicht hohe Eigenkapitalzuweisung

Neben zahlreichen Gästen konnte Ernst-Joachim Brack als Vorsitzender des Aufsichtsrates eine große Zahl stimmberechtigte Delegierte am Mittwochabend in der voll besetzten Stadthalle in Korbach zur diesjährigen Vertreterversammlung der Waldecker Bank begrüßen.

In der Korbacher Stadthalle legte Bankdirektor Karl Oppermann den Rechenschaftsbericht des Vorstands vor. Bei einer deutlich auf 785 Millionen Euro ausgeweiteten Bilanzsumme war ein moderates Wachstum im Kreditgeschäft bei insgesamt stabilem Einlagenverlauf zu verzeichnen. Stärker entwickelten sich die Kreditvermittlungen an die genossenschaftlichen Verbundpartner wie auch die Geldanlagen in Wertpapieren.

Das Kreditgeschäft war gekennzeichnet von einer hohen Auslastung im Neugeschäft. Insgesamt wurden 82 Millionen Euro Neukredite vergeben, die sich in einem Bestandszuwachs von gut vier Millionen Euro niederschlugen. Einem Anstieg der Darlehensbestände standen rückläufige Kontokorrentinanspruchnahmen gegenüber. Während private Kredite im Wohnungsbau eher kleinteiliger wurden, weil Modernisierung und Sanierung die Neubaufinanzierung verdrängt hat, war ein Zuwachs vor allem bei größeren Einzelkrediten zu beobachten. Die Risikolage wurde als günstig beschrieben mit entsprechend positiven Effekten für die Ertragslage.

Die klassischen Kundeneinlagen waren mehr oder weniger unverändert, der Anteil der Gelder auf laufenden Konten nahm deutlich zu. Zuwächse waren in erster Linie bei längerfristigen Anlagen in Wertpapieren und Fonds zu verzeichnen, die zusammen mit Bausparguthaben um etwa 10 % zulegten. Oppermann verwies darauf, dass auch heute noch durchaus rentable Geldanlagen zu finden seien, lediglich die Suche danach ist etwas aufwendiger und sollte Anlass für Kontakte mit dem Berater sein.

Das Ergebnis des Jahres 2013 war von der auch für die Bank ungünstigen Zinskonstellation geprägt. Die Zinserträge nahmen stärker ab als die Aufwendungen, so dass der Zinsüberschuss trotz Volumensausweitung nachgab. Bei einem Kostenanstieg im Rahmen der Erwartungen war das Ergebnis der Bank leicht rückläufig, verblieb aber noch auf hohem Niveau. Auch nach Abzug einer Dividende von neun Prozent auf die Geschäftsguthaben konnte das Eigenkapital der Bank damit überdurchschnittlich gestärkt werden. Der Bilanzausweis erhöhte sich von 71,8 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 75,7 Millionen Euro.

Der Vorstand betonte bei seinem Ausblick auf die nächsten Jahre, dass branchenweit mit erheblichen Ertragseinbußen gerechnet wird, die den Blick zwangsläufig wieder mehr in Richtung Kosten lenken würden. Trotzdem sorge die Bank vor, etwa bei der Zahl der Auszubildenden, um zukünftigen personellen Engpässen frühzeitig begegnen zu können. Im Bereich der Geschäftsstellen stehen aktuell keine weiteren Schließungen bevor, am Standort Bad Wildungen ist vielmehr eine umfangreiche Modernisierung für 2015 in Planung.

Die Bank hatte zum Jahresende 210 Beschäftigte, davon 23 Auszubildende, und unterhält insgesamt 20 Geschäftsstellen. Der Vorstand dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren großen Einsatz, der das gute Jahr 2013 erst möglich gemacht habe und allen anwesenden Mitgliedern für ihre langjährige Treue und Verbundenheit zur Waldecker Bank.

Veränderungen gab es in der Zusammensetzung des Aufsichtsrates. Friedrich Pohlmann, Willingen-Welleringhausen, Karl Schwalenstöcker, Twistetal-Oberwaroldern und Willi-Ernst Schreiber, Edertal-Mehlen, wurden einstimmig wiedergewählt. Für das im Februar 2014 verstorbene Aufsichtsratsmitglied Hans-Peter Rischard, Lichtenfels-Goddelsheim, wurde keine Ersatzwahl vorgenommen, so dass sich die Gesamtzahl der Mandate auf 12 reduziert.

Udo Martin